Monday, June 22, 2009

Der angezählte Champion

DerangezählteChampion

VonMichaelNaumann

Die»NewYorkTimes«istdiebesteZeitung
derWeltaberihremVerlagdroht
publishermenaces
dieInsolvenz:DasInternetmachtKonkurrenz,
Anzeigenbleibenaus.MussdieZeitung
baldihreneigenenTodvermelden?

JeffreyBezosistschonseit15Jahren
einMannderZukunft,einOldtimerder
Internetwelt.DerInformatikerhat
denInternetbuchhandelamazon.com
gegründetundmitseinerelektronischen
Vertriebsmethodedieamerikanischen
distribution method
BuchhändlerandenRanddesRuinsgeführt.
Nun,am6.MaidesJahres2009,solles
umdieZukunftderZeitunggehen.Der
45JahrealteMilliardärstehtimAuditorium
derNewYorkerPaceUniversity,nicht
unweitderWallStreet,undstelltsich
einerScharvonJournalisten
swarm; troop
alsRetterderNewYorkTimesvor.

Mitihmgekommenistein57-jähriger
schüchternerMann,derverlegenlächelt:
shyerpublishersmiles
NiemalswürdederVerlegerundChairman
publisher
ArthurOchs-Sulzbergerjr.zugeben,
dassseinebörsennotierteNewYorkTimes
CompanyeinemaltenCadillacgleicht,
equal
wiemancheinderStadtlästern.
to talk shit about
DieMarkeCadillacgehörtzurInsolvenzmasse
desAutogigantenGeneralMotors.Und
auchdieNewYorkTimesCompanyseiam
Ende,behauptendieallzumächtigen
Rating-Agenturen;siehabendieAktie
seinerGesellschaftauf»junk«herabgestuft,
aufMüllalso.Von50DollarimJahr2005
trash
istsieaufsechsDollargestürzt.Bei
solchenNotierungenschließenauch
dieeinstsoleichtfertigenNewYorker
BankenihreKreditschalter.DerNew
YorkTimesCompanydrohtdieInsolvenz.

DochdieWendenaht,hofftihrVerleger,
hierundjetzt:JeffreyBezoszeigtsein
jüngstesProduktindieRunde,einen
fingerdünnenRechnermitNamenKindle
computer
DX,dasKinddesKindle2,miteinem24,6-Zentimeter-Bildschirm.
ErtaugtfürdendrahtlosenHochgeschwindigkeitsempfang
be good forwirelesshigh-speed reception
vonTextenundschwarz-weißenBildern.
Erverfügtüber3,3GigabyteSpeicher,
hasmemory
wasdemInhaltvon3500Büchernentspricht.
capacitycomply
Undersoll489Dollarkosten.Sofort
zeigtdiehellleuchtendeProjektionsfläche
inSulzbergersRückeneinKindle-DX-Bild
mitdererstenSeitederNewYorkTimes.
Für9,50DollarproMonatkönnemanOchs-Sulzbergers
ZeitungkünftigaufBezos’Apparatladen.
DerVerlegerstrahlt.»Wirwusstenseit
beams
einemJahrzehnt«,sagter,»dassein
elektronischesLesegerätdasselbe
readeridentically
befriedigendeErlebnisermöglicht
satisfying
wieeinegedruckteZeitung!«

Dochplötzlichverschwindetaufder
ProjektionsflächedesUni-Auditoriums
dasganzeBild.PeinlichesDämmerlicht
embarrassingdim light
fülltdenSaal,Mr.Bezoslächeltgequält.
IrgendjemandinseinerEntouragehat
etwasfalschgemacht.EinbösesOmen?
Schonwieder?DerInternetmilliardär
wirdnichtgewussthaben,dassam16.
Januar1992,genauandemTag,undinder
Stunde,andemderkorrektgekleidete
HerrnebenihmvonseinemVaterArthur
by
»Punch«SulzbergerzumVerlegerder
Timesbestelltwurde,dassalsogenau
anjenemTagdiegroßeUhrüberdemEingang
zumVerlagshausaufder43.Straßein
NewYorkstehengebliebenwar,ausunerklärlichen
Gründen.DasSignalausderWeltdesZufalls
giltinderFolklorederNewYorkTimes
inzwischenalsbösesVorzeichender
omen
ÄraunterArthurjr.

AufdemWeltwirtschaftsforuminDavos,
diesemEitelkeitstreffenderWirtschaftseliten
ausallerWelt,hattederVerleger2007
erklärt,dassernichtwisse,obdieNew
YorkTimes»infünfJahren«nochaufPapier
gedrucktwerde.Esseiihmauch»ehrlich
gesagt:egal«.DassaberimGratiskosmos
desInternetszahlungswilligeKäufer
fehlen,merkteer,alsdasersteNetz-Abonnement
seinerZeitungnichtangenommenwurde.
JetztalsoeinzweiterAnlauf.Allerdings
fehltdemKindleDXdieFarbedergedruckten
Ausgabe,dasmindertdenWertdermeisten
Anzeigen.Unddiefrühersolukrativen
schwarz-weißenKleinanzeigensind
ohnehinlängstinsNetzabgewandert.
migrated
AnnoncenfürHaushaltshilfenodergebrauchte
AutossuchtmanimBlattvergebens.
sheetin vain; to no avail

SonntagsersetztedieLektüreder
substitutes
»Times«denGottesdienst
church service

Bezos’Gerät,nein:allenelektronischen
Lesehilfenfehledie»Dinghaftigkeit
einerZeitung«,findetderArtDirector
derTimes,TomBodkin.VordreiJahrzehnten
hattenderenSonntagsausgabeneinen
Umfangbiszu1600Seitendassieben
Pfundschwerejournalistische»Ding
thing
ansich«landetekrachendvordenHaustüren
initself
deraufstrebendenMittelschichtin
NewYorksSuburbia,dieLektüreersetzte
fürvieledenGottesdienst.

DieNewYorkTimes,sagtihrChefredakteur
BillKeller,»kannjedergetrostinder
U-Bahnliegenlassen«andersalsden
KindleoderähnlicheApparate,dieman
nichtfaltenkannundaufdenenmanauch
keineKaffeetasseabstellensollte.
EinhaltbaresGeschäftsmodell,ein
durable
ZufluchtsortfüreineZeitungwiedie
harbor
TimesistderKindlenicht,sondernnach
Blackberry,iPodundiPhonenureinweiteres
Spielzeugfüreinegeräteverliebte
plaything
NationaufderSuchenachAblenkung,
diversion
permanentemInformationsdramaund
kurzweiligemZeitvertreib.
amusingpasttime

DieStärkedergedrucktenNewYorkTimes
verkörpertdasGegenteil:geduldige,
oppositepatient
nachhaltigeAufklärungundintelligente,
sustained
unparteiischeOrdnungssucheimjournalistisch
gebändigtenNachrichtenchaos.Und
controlled
alsFolgedieserMühenEinfluss
troubles
aufdiepolitischen,akademischenund
wirtschaftlichenEntscheidungsträger
desLandes.

SeineSkepsisgegenüberderInternetstrategie
seinesVerlegersSulzbergerkannChefredakteur
Kellernichtverhehlen.Journalismus-Studenten
conceal
derStanfordUniversityempfahlerkürzlich,
advice
überihrBerufszielnocheinmalnachzudenken.
EinReporterderTimes,derungenannt
bleibenwill,schließtnichtaus,dass
seinVerlaginzehnMonatenInsolvenz
anmeldenkönnte.SeinChefredakteur
istgeduldiger.UmeinneuesGeschäftsmodell
more patient
zuentwickeln,sagtKeller,blieben
»einoderzweiJahre«.

DiewichtigsteZeitungderVereinigten
StaatenerscheintanWochentagenmit
einerknappenMilliongedruckterExemplare,
sonntagssogarmit1,4Millionen.Ihre
AuflagesinktseiteinigenJahrenlangsam,
indenvergangenenzweiHalbjahrenjeweils
um3,6Prozent.Dasistwenigeralsder
DurchschnittderamerikanischenZeitungen.
DennochstehtsienurSchrittevomfinanziellen
Abgrundentfernt,solangesieandas
chasmremove
SchicksalihresverlustreichenMedienkonzerns
gefesseltbleibt,derausweiteren17
Tageszeitungen,über50Websitesund
einerNewYorkerRadiostationbesteht.
IhrEndeglicheeinemHerzinfarktder
kritischenamerikanischenÖffentlichkeit.
EswäreeinefinstereWegmarkefürden
Niedergangallersubventionsfreien
Qualitätszeitungendemokratischer
Gesellschaften.WenndieNewYorkTimes
esnichtschafft,dietektonischenVerschiebungen
desNachrichten-undUnterhaltungskonsums
insInternetzuüberleben,wennsieden
rasantenNiedergangdesAnzeigenaufkommens
nichtkompensieren,denelektronischen
Informations-Tornadonichtabwettern
weather
kann,vielleichtgarnichtwillwie,
sofragensichdieVerlegerandererseriöser
BlätterinParis,London,Hamburg,Berlin
undMünchen,wiesollesdannihnengelingen,
alsRestpostenderjournalistischen
Gutenberg-Ärazuüberleben?

AlsTrostundnegativesHoffnungszeichen
bleibenihneneinigemassiveFehler
desNewYorkerZeitungsmanagements.
SiesindsoerstaunlichwiedieNewYork
TimesselbstundälteralsderSiegeszug
desInternets.Nichtauszuschließen
istesnämlich,dassdieGesellschafter
derNewYorkTimesschonseitdenfrühen
neunzigerJahreneineArtstrategischen
Selbstmordbegehen,dervon2007andurch
dieglobaleRezessionunddiekulturellen
Umbrüchederelektronischgebannten
Kommunikationswirtschaftlediglich
merely; entirely
beschleunigtwurde.
accelerated

KeineandereZeitungderWelthattesich
mitvergleichbaremEnthusiasmusin
dieWeltdesInternetsgestürztwiedie
NewYorkTimes.SeitmehralseinemJahrzehnt
bietetsiedenReichtumihrertäglichen
ArbeitaufihrerWebsitewww.nytimes.com
ananfangsgegenGebühr,inzwischen
feemeanwhile
umsonst.SoverstärktederVerlagden
free
Web-spezifischenGlaubenandieKostenlosigkeit
vonNachrichten.FürdiegedruckteAusgabe
derZeitungzahltmaninNewYork1,50
Dollar.ImNetzkostetsienichts.

DerselbstverordneteModernisierungsschub
trafschonfrühaufdieSkepsisderalteingesessenen
Redakteure;siekanntendasDurchschnittsalter
average age
ihrerLeser:über50Jahre,nichtunbedingt
absolute
dienextgeneration.Allerdingshatte
MaxFrankel,inDeutschlandgeborener
ChefredakteurdesBlattesvon1986bis
1994,kurzvorseinerPensionierung
ineinemMemorandumandieVerlagsleitung
daraufhingewiesen,dassmitdenrichtigen
AlgorithmendieDatenbasisderAbonnenten
unddieMasseanKleinanzeigeneinegute
Grundlagefüreinenkommerziellinteressanten
Netz-Auftrittbildenkönnten.»Das
MemoverschwandimWeltall«,erinnerte
vanishinguniverseremembered
ersichspäter.EinganzähnlichesKonzept
wurdekurzdaraufvondemInternet-Unternehmer
CraigNewmarkrealisiert.Seinecraigslist
vernetztprivateAnbietervonallem
mitSuchendenvonjedem.EinService,
derzuerstkostenloswar,fürdencraigslist
nunaberzunehmendGebührenverlangt.
Für2009wirdeinGewinnvonüber100Millionen
Dollarerwartet.Erwirtschaftetmit
Kleinanzeigen,dieeinstdieNewYork
Timesmitfinanzierten.

DerChefredakteurklagtüberAd-hoc-Journalismus
imInternet

DieeleganteundhochwertigeWebsite
derZeitungverzeichnetmonatlichüber
20MillionenZugriffealleinausdem
Inlandundmindestensdoppeltsoviele
ausallerWelt,mehralsjedesandere
amerikanischeInformationsmedium.
Indes,diedurchschnittlicheVerweildauer
derWebsite-Besucherliegtbei35Minuten
imganzenMonat.JederVersuch,das
berühmteKreuzworträtselderNewYork
Timeszulösen,dauertmindestensdoppelt
solang.

DieInternetredakteuredesBlattes,
nichtwenigevonihnenausgebildete
Programmierer,sitzenimGroßraumbüro,
demNewsroom,nebendenaltgedienten,
trusty old
grauköpfigenPrintredakteuren,von
grey-headed
denenmanchedasGefühlhaben,ausder
Keilschrift-ÄraderGeschichtezustammen.

DasjüngsteAngebotdesVerlags,für
3,45DollardieWochejedenMorgenin
SekundenschnellediegesamteZeitung
aufdenPCherunterzuladen(TimesReader
2.0),stehtimWiderspruchzumbilligeren
Kindle-Projekt,kommtaberinvoller
FarbedaherundalsungewollterAngriff
aufdenwertvollenAbonnentenstamm
dergedrucktenAusgabe.Konsequent
wärees,denunentgeltlichenZugang
gratuitously
zurNewYorkTimes-Websitewiederzu
schließen:EineZeitung,diesichüber
mehrereNetz-PortaleimeigenenHaus
Konkurrenzmacht,umdenMarktzutesten,
besiegtsicheherfrüheralsspäterselbst.

ChefredakteurKellerklagtüberden
Ad-hoc-Journalismus,dersichmitder
technischenVeränderungdesBerufes
inderBrancheverbreitethabe,natürlich
nichtimeigenenBlatt.»DiejungenReporter
nehmensichkeineZeitmehrundhaben
auchkeineZeit,dieneugewonnenenInformationen
zureflektieren.EchterJournalismus
istdasnicht.«

DengibtesaberseitübereinemJahrhundert
indergroßenNewYorkerZeitungzubesichtigen.
SiehatdieerstefarbigeSonntagsbeilage
gedruckt,dieersteLiteraturbeilage
entwickelt,undsiehatsichfrühdem
chauvinistischenCitizen-Kane-Journalismus
derHearst-GruppedurchnüchterneBerichterstattung
sober
ausamerikanischenKriegsregionen
widersetzt.Dabeiwurdenspäterauch
defied
journalistischeGrenzenüberschritten
dieatomareVernichtungvonNagasaki
annihilation
erlebteeinNewYorkTimes-Journalist
imFlugzeugderU.S.AirForcemit,eine
früheFormdeszweifelhaftenembedded
dubious
journalism.

DieNewYorkTimesistmitdenKrisenund
ErfolgenderamerikanischenRepublik
seitEndedes19.Jahrhundertsenger
narrower
verbundenalsalleanderenZeitungen
derNation.FastjederPräsident(bekannte
Ausnahmen:RonaldReaganundGeorge
W.Bush)fandsieaufdemFrühstückstisch
vor,jederBotschafterinWashington,
dasakademischeundökonomischeEstablishment,
dieStudentendergroßenUniversitäten
informiertensichüberdenLaufderDinge
mitderTimes.IhrGründerAdolphOchs,
dessenElternMittedes19.Jahrhunderts
ausFürthundLandauindieUSAausgewandert
waren,hattedaskränkelndeBlatt1896
gekauftundunterdemzüchtigenMotto
Allthenewsthat’sfittoprintbiszu
seinemTod1935zumkritisch-patriotischen
ZentralorgandesOstküsten-Establishments
ausgebaut.SeinejüdischeHerkunft
verwehrteihmanfangsdenZugangzur
NewYorkerElite.Weihnachtenfeierte
seineFamilieuntermdeutschenWeihnachtsbaum.

DemSalon-AntisemitismusderNewYorker
ElitebegegnetedieZeitungzuBeginn
mitfalscherZurückhaltung:ImZweiten
Weltkriegverstecktesiegesicherte
MeldungenüberdenHolocaustindenhinteren
Seiten.UnddieantizionistischeLinie
widerdieGründungIsraelsgehörtheute
zudenungerninErinnerunggerufenen
TraditionspostendesBlattes.Dassollte
sichnachdemKriegändern.»Wennduauf
dieersteSeitederNewYorkTimeskommen
willst,musstduüberdenHolocaustschreiben«,
verrietderlangjährigeBonnerKorrespondent
reveals
JohnVinocureinemdeutschenKollegen.

IndenfünfzigerundsechzigerJahren
verwandeltesichdieZeitungmithilfe
changed
regierungsnaherKolumnistenzueinem
gutinformiertenHofblattderRepublik
bisdasAbenteuerdesVietnamkrieges
adventure
diepublizistischeLeistungskraft
economic potential
derTimeswiederunterBeweisstellte.
proof
AusSaigonberichtetederspäterePulitzerpreisträger
DavidHalberstamzumÄrgerJohnF.
trouble
KennedysundLyndonB.Johnsonsmitprophetischer
Weitsicht.Diejuristischriskante
far-sightedness
VeröffentlichungdergeheimenPentagon
Papers7000Seitenregierungsamtlicher
Dokumente,indenenlauterLügender
amerikanischenRegierungüberdenverheerenden
Kriegoffenbartwurdenfestigten1971
RangundRufunabhängigerjournalistischer
MachtkontrolledurchdieNewYorkTimes.
DochdiesensationelleAufdeckungeines
EinbruchsimWahlkampfbüroderDemokratischen
ParteiimWatergate-HotelinWashington,
dieschließlichzumRücktrittRichard
resignation
Nixonsführte,musstesieeinJahrspäter
derWashingtonPostüberlassen.

DieNewYorkTimesbliebgleichwohldas
politischeLeitmedium.NichtSensationsmeldungen
begründetenihremassenhafteVerbreitung,
sonderndieGenauigkeitihrerMeldungen.
IndenironischenWortendesVerlegers
Ochs:»WenndieDailyNewsübereinSittlichkeitsverbrechen
moral breach
berichtet,istdasSex.Wennwirdarüber
schreiben,istesSoziologie.«

DerAufstiegderamerikanischenMittelschicht
zurKonsum-undGenussgesellschaft
dersechzigerbisneunzigerJahrespiegelt
sichbisheuteinimmerneuen,anzeigengetriebenen
RessortsdesBlatteswider:Politik,
Wirtschaft,Lokales,Sport,Theater,
Kino,Musik,ModealleFacettendes
bürgerlichenLebensstilsfandenihre
journalistischenSpezialisten,auch
fürKochen,Reisen,Wohnen,Architektur,
zweiJazzkritikerinklusive.DasBlatt
entwickeltesichzumArbiterElegantiarum,
NewYorksSchiedsrichterdesgutenGeschmacks.
arbitrator
DieTheater-undFilmkritikenentscheiden
immernochüberdasWohlundWehevonBroadway
undHollywood.ÜberdendeutschenRegisseur
RainerW.FassbinderdürfteninderNew
YorkTimesmehrZeilengeschriebenworden
seinalsbeispielsweiseinderZEIT.

UndalsderlinksliberaleChefderKommentarseite,
JohnOakes,dieZeitungvor25Jahren
fürKolumnistenundEssayszumZeitgeschehen
öffnete,wurdedieNewYorkTimeszum
SchaufensterfürdiebestenPublizisten
desLandes.WährendderBush-Jahregoss
diegutinformierteMaureenDowdbitteren
SpottüberdasWeißeHaus.DerNationalökonom
undspätereNobelpreisträgerPaulKrugman
seziertedenFinanzkapitalismusmit
prophetischenGaben.Undderehemalige
TheaterkritikerFrankRichwurdezur
StimmederOppositiongegendieGuantánamo-Bushisten.

DerEinflussihrerliberalenArtikel
aufdieamerikanischeÖffentlichkeit
schlugsichniederimreaktionärenInternetgeschrei.
»BillKeller,duverräterischeSau…«,
beginnteineMailandenChefredakteur,
dieihmbesondersinErinnerunggeblieben
ist.DabeiisterfürdieKommentarseite
garnichtzuständig,auchdasisteines
derPrinzipienseinerZeitung.

DieBerichterstattungüberdenAnschlag
vom11.September2001solltezumpublizistischen
HöhepunktinderGeschichtederZeitung
werden.Wochenlangberichtetesieauf
mehrerenSonderseitenzunächstsachlich
undzugleichaufwühlendüberdasVerbrechen
umsichdannallerdingsderkriegerischen
KreuzzugsstrategiedesPräsidenten
gegendenIrakanzuschließen.DieWashington-Korrespondentin
JudithMillerverbreiteteungeprüft
disseminated
dieMärvonirakischenMassenvernichtungswaffen.
ImNovember2005musstesiegehen,weil
sichherausstellte,dasssiehaltlose
BehauptungendesWeißenHausesüber
SaddamHusseinsangeblichesKriegsarsenal
alsunbestreitbareWahrheitübernommen
hatte.AuchihretapfereWeigerungeinige
boldrefusal
Monatezuvor,einemUntersuchungsrichter
ihreQuelleninZusammenhangmiteiner
anderenGeschichteoffenzulegen,half
danicht.ZwarhieltderVerlegerzuerst
mitspektakulärenBekenntnissenzu
ihr,wechselteaberwenigeWochennach
ihrerFreilassungausderBeugehaft
seineMeinung.DieNewYorkTimesentschuldigte
sichbeiihrenLesern.»AufeineEntschuldigung
derBush-Regierung«,sagtChefredakteur
BillKeller,»warteichallerdingsbis
heute.«

InderZwischenzeitgehenseineRedakteure
ihrenüblichenRecherchennach:Ihr
suspect
jüngstes»Opfer«istderehemaligeGouverneur
desStaatesNewYork,EliotSpitzer.
ReporterderNewYorkTimeshattenihn
alsKundeneinesCallgirl-Ringsertappt
peinlichfüreinenPolitiker,derseinen
erstenpolitischenRuhmalsNewYorker
GeneralstaatsanwaltimKampfgegen
kriminellorganisierteProstitution
erworbenhatte.Spitzermusstevoriges
Jahrzurücktreten.Jetzterhieltdie
ZeitungfürihreEnthüllungeinenPulitzerpreis,
diehöchsteAuszeichnungimamerikanischen
Journalismus.Vierweiterebekamsie
fürihreBerichterstattungüberdie
Afghanistan-undPakistankonflikt,
fürihreKunstkritiken,ihreFotografie
undihreMedienberichterstattung.
KeineandereamerikanischeZeitung
istsooftwiedieNewYorkTimesmitdem
Pulitzerpreisausgezeichnetworden
101Malseit1917.

DiePreisverleihungimAprilspendete
den1300Redakteuren,Reporternund
Korrespondentenundjournalistischen
MitarbeiternderZeitungeinwenigTrost.
DenneshatteihnendenAtemverschlagen,
breath
alssieEndeMärzdenGeschäftsbericht
ihrerbörsennotiertenNewYorkTimes
CompanyfürdasersteQuartal2009lasen
vondenübrigen9346Verlagsangestellten
imVertrieb,inderAnzeigenakquisition
distribution
undinderfirmeneigenenDruckerei,
printing press
in14Provinzzeitungensowiebeimdefizitären
BostonGlobeundderInternationalHerald
TribuneinParisganzabgesehen.Das
ersteDreimonatsergebnisdesMedienkonzerns
liegtindiesemJahrbeiminus74,5Millionen
Dollar,mehralsimganzenvorigenJahr
zusammen(minus57,8MillionenDollar).
VorfünfJahrenlagderJahresgewinn
vorSteuernnochbei287,6Millionen
Dollar.DieEinnahmengegenüber2008
earnings
imgesamtenAnzeigenbereichsindum
27Prozentgesunken.Sogehtesdenmeisten
BlätternimLand.ImvorigenJahrsind
15554Angestelltederamerikanischen
Zeitungsbrancheentlassenworden,
dieHälftevonihnenJournalisten.Die
großeChicagoTribuneistinsolvent,
andereStädtehabenüberhauptkeine
Zeitungmehr.

VerschuldetistdieAktiengesellschaft
NewYorkTimesCompanymit1,02Milliarden
Dollardassindrund100MillionenDollar
mehr,alsihregegenwärtigeMarktkapitalisierung
ausmacht.Bis2015sindKreditrückzahlungen
inHöhevon750MillionenDollarfällig,
dienächstenZahlungenstehenimMärz
2010an.NichtgedecktsindPensionsverpflichtungen
vonrund300MillionenDollar.Undfür
alleMitarbeiter,dienachdem1.März
2009inPensiongegangensindodergehen
werden,fallendieFirmenbeihilfen
imKrankheitsfallweg.

ImselbenMonat,indemdasschlechte
Quartalsergebnisverkündetwurde,
annnounced
hattederKonzernseingeradeerstbezogenes
neuesHauptquartierNetto-Baukosten:
300MillionenDollarander8thAvenue
für225MillionenDollarverkauftund
füreineJahresmietevon24Millionen
Dollarzurückgeleast,umeinenKredit
inHöhevon260MillionenDollartermingerecht
tilgenzukönnen.

DerVerlegerverweigertseineneigenen
refuse
RedakteurenInterviews

DividendenfürdieAktionärederZeitung
gibtesvorerstkeinemehr.Anfangdes
JahreshatderMedienkonzerninletzter
MinutebeidemmexikanischenMultimilliardär
CarlosSlimHule,genannt»ElIngeniero«,
einenKreditüber250MillionenDollar
aufgenommenzueinemZinssatzvon14
Prozent.DerFinanzierhatteeinstdie
mexikanischeTelefongesellschaft
Telmexfür1,7MilliardenDollarübernommen,
heuteistsiemindestensdas20-Fache
wert.JetztistderlautForbes-Magazin
drittreichsteMannderWeltauchder
drittgrößteAktionärderNewYorkTimes.
Erliestsienur,wennereinmalinden
Staatenist.»Ichglaube,dassdiePapierzeitungen
verschwindenwerden,abernichtder
Inhalt«,sagter.Daskonkurrierende
AngebotdesamerikanischenMedienmoguls
DavidGeffen,gleichdiegesamteNew
YorkTimesCompanyzukaufen,demSulzberger-Clan
aberdieredaktionelleKontrollezu
überlassen,hatteArthurOchs-Sulzberger
jr.angeblichimSeptember2008abgelehnt.

DieInvestmentfirmaGoldmanSachssucht
nunseitJahresbeginnnacheinemKäufer
fürden18-prozentigenAnteilderNew
YorkTimesCompanyanderBaseballmannschaft
BostonRedSox,derenStadionundderen
Fernsehkanal,aberaucheinemTourenwagen-Rennstall
lautermarkenferneLuxusinvestitionen
derVergangenheit,diedieCompanynun
unbedingtinGeldeintauschenwill.
exchange
AlsderMedienreporterderNewYorkTimes,
RichardPèrez-Pena,angesichtsder
in view of
jüngstenEntwicklungenseineneigenen
Verlegerbefragenwollte,lehnteder
einGesprächab.ChefredakteurBill
Keller,dereinmalwöchentlichmitSulzberger
indessenBüroim16.Stockdesmodernen
NeubausderTimesspeist,sagt,dass
erdieAufgabeübernommenhabe,denRedakteuren
adpoted
dasUnabweisbarevorAugenzustellen:
KündigungenmitundohneAbfindungen.
dismissalfinancial settlement
ImvorigenJahrtrafes100Journalisten.
Baldwerdenesmehrsein.

KellersBlickschweiftausdemGlasfenster
seinesnüchternmöbliertenBürosim
drittenStocküberdiejournalistischen
HundertschaftenimNewsroomvormatt
schimmerndenComputerschirmen:lauter
LebensplanungeninLebensgefahr.»Ich
kannnichtmehrtun,alsihnenzusagen,
dassdieZeitenhärterwerden.DieZahl
1300istnichtsakrosankt.«Aberdas
wissendieKollegenschonlange,sie
lesenihreeigeneZeitung.DieStimmung
istgedrücktauchunterden37Korrespondenten:
SiesindinParis,LondonoderBerlin
dieletztenfestangestelltenVorposten
amerikanischerZeitungenundsiebangen
umihreJobs.InBagdadistdieNewYork
TimesdieeinzigeamerikanischeZeitung
miteinemeigenenBüroalswärederanhaltende
KonfliktmitsamtseinemtörichtenUrheber
imWeißenHausfürdenRestderamerikanischen
PresseschonausderpolitischenRealität
verschwunden.

DochdieEpoche,dadieRedaktionsich
alsunantastbareKircheverstandund
inviolable
derVerlagalsstiller,fleißigerStaat
busy
dieseEpocheistimAltpapierderPressegeschichte
verschwunden.GebanntschauendieJournalisten
averted
aufdasVerlagsmanagement,dochder
GlaubeandessenWeisheitistverflogen.
wisdomflown away

DerGeschäftsführerwilldieZeitung
»windschnittiger«machen

»Alsichvormehrals50Jahrenbeider
NewYorkTimesanfing,gabesindemHaus
wenigerLügnerproQuadratmeterals
liar
imRestderStadt«,erinnertsichder
vielgerühmteChronistdesBlattes,
GayTalese.Heuteseidasanders,glaubt
deradrettgekleideteHerr,dervorvier
JahrzehntenmitTheKingdomandthePower
dieGeschichtederNewYorkTimesals
tragisch-komischesDramaeineskleinen
KönigreichsvollerIntrigenundLiebesgeschichten,
aberauchbrillanterjournalistischer
Leistungengeschilderthatte.Über
ArthurOchs-Sulzbergerjr.urteilt
erunbarmherzig:»Hinundwiederkommt
einfalscherKönigandieMacht.«

DieAktiengesellschaftwillbisEnde
2009mindestens330MillionenDollar
operativeKosteneinsparen.DerRedaktionsetat
von200MillionenDollarwirdschrumpfen.
shirnk
EinefünfprozentigeGehaltskürzung
salary cut
fürgewerkschaftlichungebundeneRedakteure
unionunlinked
giltbereitsseitApril.»DieSparmaßnahmen
bringenunsfürdasnächsteJahreine
Verschnaufpause«,sagtChefredakteur
Keller,»inderZwischenzeitmüssen
wirüberunserGeschäftsmodellnachdenken:
neuePrintprodukte,neuedigitaleAngebote,
neueAnzeigenstrategien,Mikro-Abonnements
imNetz,LizenzierungenundSpenden.«
donations
DochMikro-AbonnementsfünfCentpro
KlickaufderWebsitezumBeispielsind
nurmöglich,wennsichdiegroßenUS-Zeitungen
aufdieseGeldquelleeinigten.Daran
glaubtimManagementderTimesniemand
mehr.

»Wirmüssenwindschnittigerwerden«,
sagtseufzendScottHeekin-Canedy,
kaufmännischerGeschäftsführerund
GeneralManagerderNewYorkTimes,mit
derundurchsichtigenTrauer-Auraeines
professionellenLeichenbitters.Für
dieWindgeschwindigkeitdeskulturellen
wind speed
Umbruchsisternichtverantwortlich.
upheaval
DieökonomischenFehlerhabenandere
gemacht:dieFamilie.

30ErbendesOchs-Sulzberger-Clans
sindimVorstandderAktiengesellschaft
vertreten,repräsentiertdurchacht
Familienmitglieder,mit89Prozent
derstimmberechtigtensogenannten
BAktienalsMachtfundamentPapiere,
dieohneZustimmungvonmindestenssechs
derClan-Repräsentantennichtweiterverkauft
werdenkönnen.Diemächtigenachtwählen
70ProzentallerVorstandsmitglieder
unddenVorsitzendenundVerleger,
derallewesentlichenEntscheidungen
trifft.DiesistseitzwölfJahrender
Cousin,NeffeoderOnkelArthurOchs-Sulzberger
jr.DienichtstimmberechtigtenInhaber
entitled to voteowners
derA-Aktienmögenzwar80Prozentdes
gesamtenBörsenwertsbesitzen,aber
denKursdesKonzernsdiktiertderSulzberger-Trust.
SeitmehralseinemJahrzehntweister
inwechselnde,bisweilenfataleRichtungen.
varyingsometimes

SoinvestiertedieGesellschaftvor
15Jahrenüber1,4MilliardenDollar
inKabel-TV-Programme,inCD-Produktionen
undRundfunkstationeninzwischen
längstabgeschriebeneoderverkaufte
WettenaufdasInformations-undUnterhaltungsgebaren
derAmerikaner.Einletztereigener
RundfunksenderinNewYorkerinnert
nochandenAufbruchinsInfo-Nirwana.
ZweieigeneDruckereieninNewYork,
ebenfallsMilliardeninvestitionen,
warenaufKapazitätendergoldenenVergangenheit
ausgelegt.Jetztwurdensiezusammengelegt.

DieHerrschaftsstrukturdervor40Jahren
gegründetenAktiengesellschaftwar
vonAnfanganzerbrechlich.Siegründet
nochheutealleinaufdemZusammenhalt
derFamilieundihremgutenGlauben,
dasseszuredelstenAufgabedes
most precious
Clanszähle,mitwelchenMittelnauch
immerdiebesteZeitungderWeltvordem
Niedergangzubewahren.Derwurdesichtbar
inderpolitisch-parteiischenundmarktschreierischen
Politikdesaustralisch-amerikanischen
MedienmogulsRupertMurdoch.DieBancroft-Familie
überredeteerzumVerkaufdesWallStreet
Journal.DieLondonerTimeshatteMurdoch
bereitsnivelliert,ihrNewYorkerNamensvetter
level
schienschongefährdet.Hedgefonds
drängtenmitgroßvolumigenAktienkäufen
indenKonzernanderSpitzeHarbinger
Capital,dessenVorsitzenderPhilip
FalconevorzweiJahreneinpersönliches
Einkommenvon1,7MilliardenDollar
verbuchthat.UmsichvorderleiHeuschreckenschwärmen
locust swarms
zuschützen,kauftederVorstandzwischen
1998und2004für1,4MilliardenDollar
NewYorkTimes-AktienzuPreisenzwischen
30und40Dollarzurück.DieSummehätte
sum
ausgereicht,umdieZeitungaufJahre
hinauszusichern.Inzwischensitzt
HarbingerCapitalmitzweiohnmächtigen
VertreternimVorstanddesFamilienkonzerns
undhält20Prozentdernichtstimmberechtigten
Aktien.

DieneuenTeilhaberbetrachtendenunverrückbaren
ChairmanArthurOchs-Sulzbergerjr.
mitwachsendemUnbehagenwieauch
discontent
nicht?NochhältdielobenswerteFamilie
imNamendesQualitätsjournalismus
zusammen.AberwoliegtihreSchmerzgrenze?
pain limit
DerZeitpunktfüreinenwirklichprofitablen
moment
VerkaufderStammaktienistjedenfalls
längstverpasst.

DavonabgesehenfehltdenNewYorkTimes-
BesitzernoffenkundigdasTiming.Vor
owner
fünfJahrenverkaufteArthurjr.das
heruntergekommeneHauptquartierder
Zeitung(MausefallenindenRedaktionen
gehörtenzurBüroausstattung)für175
MillionenDollar,nurumzuerleben,
dassderKäuferdieImmobiliedreiJahre
späterfür525MillionenDollarweiterreichte.

DochdererstaunlichsteMissgriffging
aufdasKontodesVatersvonArthurjr.:
Arthur»Punch«Sulzbergerhatte1993
denBostonGlobefürunvorstellbare
1,1MilliardenDollarerworbenfür
acquired
mehrGeldhattenochnieeineamerikanische
ZeitungdenBesitzergewechselt.Vor
dreiJahrensollseinSohnein600-Millionen-Dollar-Angebot
desehemaligenChefsvonGeneralElectric,
JackWelch,aufdenGlobeabgelehnthaben.
SeitvorigerWochesuchtdieNewYork
TimesCompanyverzweifeltnacheinem
Käufer.Jetztdrohtderehrwürdigen
liberalenZeitungeintraurigesEnde
imNotverkauf,esseidenn,dieharschen
SparmaßnahmenundeinKonjunkturaufschwung
bewirkteneinWunder.DieVerlusteder
ZeitunginBostonlagenvorigesJahr
angeblichbei50MillionenDollar.Ähnlich
bedrückenddürftedieBilanzderkonzerneigenen
InternationalHeraldTribuneinParis
aussehenimJahresberichtderAktiengesellschaft
wirdsienichteinzelnausgewiesen.

DieBloggerverkündenschondasEnde
der»Papierpresse«

NewYorkistnichtnureineharteundeilige
Stadt.Siekannauchbösartigseinmit
denen,dieeinemGeschäftimWegestehen.
ZumBeispielArthurOchs-Sulzberger
jr.undseineFamilie.EinArtikelin
derMai-AusgabedesMagazinsVanity
FairführtdenVerlegeralsunsicheren
Simpelvor.Undnatürlicheinaltgewordener
Linkerseierauch.ZweimalwurdeArthur
jr.alsStudentwährendVietnamdemonstrationen
verhaftet.Nach33JahrenEhelebter
nunallein.DieBesitzervonVanityFair,
dieNewhouse-Familie,geltenwieMurdoch
alsmöglicheKäuferderZeitungwenn
esnichtdaseiserneFamilienbandum
denVorstandderAktiengesellschaft
gäbe.

VoreinigenWochentrafsichArthurjr.
mitseinemmittlerweilederFamilie
entfremdetenCousinJohnOakes(der
BrudervonAdolphOchshatteseinenNamen
anglisiert)ineinembescheidenenRestaurant
inNewYorksChinatown.EineFraubeugte
sichzuihremTischherüber:»SindSie
nichtvonderTimes?«Arthurjr.überlegte
kurzundantworteteleise:»Ichgehöre
zurBusiness-Seite.«Erhabedabei»gehetzt
hounded
undverzweifelt«ausgesehen,erinnert
sichOakes.

EinEndederNewYorkTimeskönnteeinem
Totalschadendertraditionellendemokratischen,
machtkritischenÖffentlichkeitdes
Landesgleichen.DieZeitungistimmer
nochdasHauptreservoir,ausdemAmerikas
MeinungsführerihreInformationen
schöpfenanderSpitzeausgerechnet
scooptop
alljeneBloggerundWebsites,dieihre
NutzeraufdiekostenloseWebsiteder
NewYorkTimesweiterleitenundgleichzeitig
triumphierenddasEndeder»Papierpresse«
verkünden.DieneueFormeinerglobalen
Internetöffentlichkeitkämeallerdings
nichtdurchweggrößererInformationsfreiheit
gleich,wievieleBloggerbehaupten.
ImGegenteil:DieüberwiegendeMehrzahl
derZentralserverdesInternetssteht
indenVereinigtenStaaten.Undsieunterliegen
immernochdemtechnischmöglichenZugriff
access
derRegierung.

DieMachtbalancezwischenPolitikund
freierPressekönntesichverschieben:
sich+ = shift
AlsdieNewYorkTimesdieillegalenmillionenfachen
TelefonüberwachungenderBush-Regierung
enthüllte,drohtedasWeißeHausdem
VerlagmitAnzeigenwegenLandesverrats.
DasInternetwäreauchinZukunftleichter
voneinerböswilligenRegierungzumanipulieren
odergarzukontrollierenalseineprivate
DruckereiinNewYork.InChinaistdas
auchkeinProblem.

URL: http://images.zeit.de/text/2009/26/DOS-Times

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